Musik-Montag. (1)

Musik – geht für mich immer.

Früher, da mochte ich Johannes Oerding nicht. Überhaupt nicht. Ich konnte weder mit seiner Stimme, noch mit seiner Musik oder seinen Texten auch nur irgendwas anfangen. Gar nichts. Lediglich dieses eine Lied „Alles brennt“, das fand ich irgendwie immer gut. Und nun?

Tja. Ich sags mal so: Das war einmal. Im Moment läuft er bei mir im Player rauf und runter. Er trifft einfach alles, was mich derzeit so umtreibt, jedes Lied klingt als wäre es für mich und meine derzeitige Situation. Natürlich gibt es auch hier Lieder und Texte, die mich einfach immer noch nicht so wirklich ansprechen.

Aber diese eine, dieses Besondere, um das es hier jetzt gehen soll, das holt mich wahlweise aus dem Loch heraus und stößt mich mit einem kräftigen Tritt hinein. Je nach Tagesform. Das schaffen nur sehr wenige Lieder, einige schaffen das Eine, andere das Andere, aber beides… Nun wie gesagt, das kann nicht jedes Lied.

Dieses eine Besondere, das ich meine heißt „Ich will Dich nicht verlieren“. Der Refrain lautet:

Ich will dich nicht verliern und ich will dich nicht zurück
Hau ab – komm wieder her,
es ist so leicht – es fällt so schwer.
Ich will dich nicht verliern und ich will dich nicht zurück
Ich mach ein Feuer auf dem Eis, das für uns brennt und uns versenkt

So ist das nun mit dem Ex und mir. Ich weiß, das Thema ist alt und ausgelutscht, der Ex sollte schon lange kein Thema mehr sein aber ich bin einfach so. Ich muss diesen Abschied zelebrieren und leiden. Weil ich eben so damit umgehe. Und bisher hat es mich jedes Mal weitergebracht. Jedes Mal.

Und dieser Text… Ich will ihn in meinem Leben, an meiner Seite, an meiner Hand und in meinem Bett und überall um mich herum. Aber ich will ihn gar nicht zurück. Es würde sich nichts verändern. Gar nichts. Es wäre immer noch diese Distanz zwischen uns, unsere Leben würde nach wie vor nicht zusammenpassen und es hätte sich nicht ein Hauch geändert.

Und ich weiß auch, dass ich irgendwann darüber hinweg sein werde, und geb dieses im Moment zumindest winzig kleine Fünkchen Hoffnung nicht auf, dass ich jemanden finden werde (da gibt es auch so einen Song von Johannes Oerding, aber das erzähle ich ein andere Mal).

Wahrscheinlich tut es mir nicht gut, dieses Lied rauf und runter zu hören, wirklich weiter bringt es mich eigentlich ehrlich gesagt nicht. Aber aktuell ist stehen bleiben vollkommen ok. Ich habe mir im Moment etwas anders zur Aufgabe gemacht. Ich muss auf Gefühlsebene gerade gar nicht weiter. Ich kann ein bisschen hierbleiben. Und es wird leichter. Es ist nicht das erste Mal. Ich weiß es und deshalb hab ich dieses Vertrauen in mich. Ich schaff das. Und dazu passt dieses Lied eben perfekt. Besonders sein Ende:

Ich hab dich schon verlor’n und ich will nicht mehr zurück
Der Mensch hat die Augen vorn, damit er nicht nur rückwärts blickt

Ich schaue nur zurück, um zu sehen, wie weit ich gekommen bin. Dieser Satz klingt unfassbar platt und abgedroschen und wahrscheinlich ist er das auch. Aber er ist eben einfach wahr. Ansonsten geht mein Blick nach vorn, hey, das Jahr hat gerade angefangen. Und auch wenn ich mal stolpere und den Abend heulend auf der Couch verbringe. Das ist OK! Ich vertraue mir da, das wird schon klappen.

Musik-Montag.

Da sich mein Blog ja noch entwickelt und ich noch gar nicht so wirklich weiß, wo ich eigentlich hinwill damit und was ich damit erreichen will oder was das hier mal wird, entwickel ich mich einfach ein bisschen mit. Mir kam vor ein paar Tagen die Idee, etwas Regelmäßiges zu schreiben. Und was läge da näher, als jede Woche zum gleichen Tag zu einem bestimmten Thema zu schreiben.

In meinem Fall wird es Montags hier um Musik gehen. Um Lieder, die mich begeistern, die mir was bedeuten. Da es davon eine ganze Menge gibt, wird mir da bestimmt nicht langweilig.

Der Beitrag für kommenden Montag ist schon fertig geschrieben. So wie es derzeit wieder aus mir sprudelt, hab ich bestimmt in 1-2 Wochen alle Beiträge für 2017 fertig. *ironieoff*

Vom Fallen.

Schon seit letztem Wochenende ist alles komisch. Ich kenne das. Ich erkenne die Anzeichen und habe jede Kraft, die ich hatte, aufgewendet, um eben nicht in diesen Strudel zu geraten. Habe mich abgelenkt und dagegen gekämpft, versucht, es aufzuhalten.

Und trotzdem. Ich falle. Einfach so. Ins Bodenlose. Einfach so.

 

Abends.

Und manchmal sitz ich abends zuhause, allein, auf meiner Lieblings-Couch…

 

… und dann läuft mir dieses ganze „klar, schaff ich das“, dieses ständige“ich hab alles im Griff“ und das ewige „mir gehts wirklich super“ und das „alles ist gut“ und das „ich bin stark und super toll“ einfach aus den Augen.

 

Zwischen Bauchladen und Malle.

Eine sehr gute Freundin, die ich seit 1994 kenne, heiratet in diesem Jahr. Jetzt sprang vor ein paar Tagen mein Handy an. Eine gemeinsame Freundin hat sich daran gemacht, den Junggesellinnenabschied zu planen und zu organisieren.Ich freue mich, dass es jemand in die Hand nimmt. Aber die Idee, die sie schrieb …

Ein Party-Wochenende auf Mallorca. Gleich in der ersten Nachricht schon mit Termin und kalkulierten Kosten. Die Braut wolle nichts Peinliches machen, deshalb wäre das jetzt so die Idee schlechthin. Ich kann verstehen, dass eine Braut nicht mit dem Bauchladen über die Hamburger Reeperbahn möchte. Würde ich auch nicht wollen. Aber mal ehrlich: Mallorca?

Gibt es nichts mehr dazwischen? Zwischen Bauchladen und Mallorca ist tatsächlich GAR NICHTS? Muss das wirklich sein? Ist das nicht einfach nur noch übertrieben? Immer mehr, besser, höher, teurer und weiter?

In der Gruppe kam dann recht schnell ein „reicht nicht eigentlich ein schöner Tag auch?“ und ich hätte am liebsten gejubelt und das gleich von mehreren. Offensichtlich bin ich nicht die Einzige, die einen JGA auf Mallorca für übertrieben hält. Ist es doch auch. Vielleicht bin ich da nicht auf der Höhe der Zeit, altmodisch und einfach hinterwäldlerisch. Mein Chef war schon auf JGAs in Kopenhagen und Prag. Ich find es einfach … blöd. Schlicht und ergreifend.

Ganz klar ist, wenn das Ding tatsächlich auf Mallorca steigt, dann bin ich raus. Aber eben und zum Glück viele andere auch. Weder finanziell noch betreuungstechnisch ist das für mich realisierbar. Und das hab ich auch so gesagt. Ich steh dazu. Ich finde es einfach übertrieben. Klar, hätte ich auch mal Lust, ein Wochenende auf Mallorca zu verbringen und etwas zu erleben. Allein mal wieder in einem Flugzeug zu sitzen, was für ein Traum. Aber es ist einfach zu viel. Punkt.

Ich habe mich dann einfach mal getraut einen Wellness-Tag vorzuschlagen. Irgendein Samstag, ganz entspannt, kleines Verwöhnprogramm für die Braut, die anderen können ja Anwendungen machen je nach Lust und Geldbeutel. Ich zum Beispiel würde nur schwimmen und lesen und quatschen. Mehr will ich gar nicht. Abends könnte man zusammen essen gehen, ein paar lustige Fotos machen und fertig. Ein wunderschöner Tag mit tollen Frauen. Und ich bin damit auf breite Zustimmung gestoßen, aber wir suchen noch weitere Ideen.

Alles andere ist für mich einfach nur übertrieben.

 

Dieser Rock.

„Heute trage ich wieder diesen Rock. Diesen kurzen Jeans-Rock, der Dir immer so gefallen hat. Den ich oft auf unseren Dates trug, weil Du dann immer auf diese besondere Art gelächelt hast, wenn Du mich entdeckt hast. Der Dich auch nie kalt gelassen hat. Ich habe dann das Gefühl, die Zeit ein bisschen zurückdrehen zu können.“

Der Ex und ich haben in den letzten Tagen und Wochen immer wieder ein bisschen geschrieben, obwohl ich das eigentlich nicht mehr wollte. Es passt einfach irgendwie immer noch irgendwas was zwischen uns. Er betont jedes Mal, wenn wir schreiben, dass es anders gelaufen wäre, wenn die Entfernung nicht wäre.

Ob wir uns wiedersehen? Keine Ahnung.

Ob mich ein Wiedersehen weiterbringen würde? Keine Ahnung.

Ich hab einfach keine Ahnung. Und solange ich keine Ahnung habe, gestehe ich mir den Kontakt zu. Er ist sehr sporadisch, es gibt kein festes Muster.

Es ist mir echt egal, ob das Sinn macht oder nicht. Ob es mich weiter bringt oder nicht. Und ob es jemand versteht oder eben nicht. Niemand lebt mein Leben, hat meine Gedanken und meine Gefühle. Niemand außer mir.

Den anderen Mann habe ich schon total vergessen. Hin und wieder kommt mir Gedanke und dann frag ich mich, ob ich ihn vermisse oder nicht. Und die Antwort ist immer NEIN.

Der Ex dagegen ist präsent. Ich mag ihn noch nicht loslassen. Aber das fällt mir ja eh schon immer schwer. Vielleicht idealisiere ich auch eine Menge, vielleicht verstecke ich alles Schlechte hinter einem dicken Vorhang und denk nur an das Schöne.

Es ist meine Art, damit umzugehen. Es ist mein Weg, das irgendwie zu verarbeiten, wegzustecken und abzuhaken. Ich kann schwer loslassen. So ist das nunmal, so bin ich.

Und so trage ich nun diesen Rock. Und fühle mich wohl.

Aufatmen.

Ich kann den einen oder anderen erleichtert aufatmen hören. Im sozialen Netzwerk hab ich vor ein paar Tagen ein Foto gepostet. Von mir, ein Selfie. Darunter hab ich geschrieben:

„In 2016 gelernt? In den Spiegel zu gucken und „Hübsche“ zu denken!“

Ich kann wirklich seit einiger Zeit in den Spiegel gucken und finde das, was mir da entgegenguckt, wirklich gut. An meinem Gewicht arbeite ich noch, da ist noch Potenzial. Aber mein Gesicht, mein Aussehen oberhalb meiner Schlüsselbeine, und allgemein das was ich insgesamt aus mir gemacht habe, find ich gut. Ich hab meinen Style und mein Aussehen gefunden.

Das hat auch bloß die letzten 35 Jahre gedauert. Denn noch nie fand ich mich „hübsch“ oder „schön“, noch nie, höchstens mal „ok“.

Natürlich klappt das auch nicht jeden Tag, aber es werden immer und immer mehr. Es war ein hartes Stück Arbeit und ich bin noch nicht fertig. Ich will noch mehr. Ich möchte auch in einen großen Spiegel gucken und mich von oben bis unten gut finden. Ich bin mir sicher, dass ich auch das erreichen kann und irgendwann auch werde.

Aber dieser „Positiv-Schub“, den ich gerade mache, ist mir wichtig und ich hoffe, ich kann in – in jeder Hinsicht – noch ein bisschen weiter vorantreiben.